VIENNA CHAPTER:
Kuenstlerhaus, Vienna
20. Mai 2005
14.15 – 18.00 (Symposium Teil 1: Das andere Selbst )
Vortrag:
Der Blick hinter den Spiegel: Reflexionen zum Thema spirituellen
Austauschs zwischen Indien und Europa
Die Zeit zwischen dem spaeten 19. und dem fruehen 20. Jahrhundert
markiert eine Schwelle in der Geschichte der Begegnung zwischen
Europa und dem 'Orient'. Hier werden vier Persoenlichkeiten dieser
weitlaeufigen interkulturellen Landschaft vorgestellt: Zwei kamen
aus Europa - Swami Agehananda Bharati (geboren als Leopold Fischer
in Wien, 1923) und Carl Gustav Jung - und zwei aus Indien - Rabindranath
Tagore und Jiddu Krishnamurti. Sie sollen in den Kontext wechselseitig
geteilter Vorstellungen von Selbst, Nation, Rasse, Geist, Transzendenz
und Freiheit gestellt werden. Moeglicherweise finden wir heraus,
dass sie versucht hatten, einen Blick hinter den Spiegel zu werfen,
jede Seite immer in der vollen Ueberzeugung, den Anderen zu meinen,
waehrend sie sich in Wirklichkeit lediglich mit seinem Bild beschaeftigten.
So arbeiteten sie gemeinsam an einer interessanten Spielart orthodoxer
Orientalismen. Diese Komplizenschaft wuerde ich als 'erlaubtes Paradox'
innerhalb jener Diskurse verorten, die sich auf die Unausweichlichkeit
der Moderne, die Ausschließlichkeit von Rasse und die Aggressivitaet
des Nationalismus beziehen, sowie auf die Kultivierung des Geistes
im Rueckgriff auf 'reinere' und 'aeltere' Traditionen jener kolonialen
Zonen, die durch die Maechte der westlichen Moderne gepluendert
wurden.
Ranjit Hoskote (Bombay) is
a cultural theorist, poet and independent curator. He is the author
of numerous books and has contributed to several anthologies on
contemporary global and Indian art. He is currently Assistant Editor
to the Hindu.
Respondents: Axel
Fussi is running transculture - communication for culture in
Vienna
Christiane Hartnack is Deputy Head of Cultural
Studies at the Donau Universitaet Krems
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