VIENNA CHAPTER: Kuenstlerhaus, Vienna
20. Mai 2005
14.15 – 18.00 (Symposium Teil 1: Das andere Selbst )

Vortrag:
Postkolonialismus und die Dialektik des Fremden im europaeischen Kontext: Die Habsburger Monarchie

In den angelsaechsischen Kulturwissenschaften (Cultural Studies) ist der Postkolonialismus zu einem bestimmenden Thema geworden. Dabei treten vor allem Fragen des Verhaeltnisses von Kultur und Herrschaft, sowie der asymmetrischen globalen Austauschbeziehungen zutage. Kulturelle Differenz und oekonomische Ungleichheit gehen eine prekaere Beziehung ein. Mit den großen Narrativen von Fortschritt und Freiheit entsteht im 19. Jahrhundert eine Erzaehlung, die inter- und intrakulturen Beziehungen maßgeblich beeinflusst, weil sie einen Maßstab an die Hand gibt, Kulturen nach dem Grad ihres Fortgeschritten-Seins zu bewerten. Diese Fragen des postkolonialen Diskurses lassen sich im Hinblick auf innereuropaeische Konstellationen, die im 19. und 20. Jahrhundert entstanden sind, modifizieren. Die Erfindung des Anderen und der Anspruch fuer diesen zu sprechen, romantische Verklaerung und politischer Fuehrungsanspruch gegenueber dem minder Fortgeschrittenen gehoeren zum festen symbolischen Inventar westlich- europaeischer Dominanzvorstellungen: Indien und der Orient sind ueberall, auch in Europa. In ausgewaehlten Lektueren wird diese Dialektik von Selbst- und Fremdbildlichkeit im Kontext des Habsburgischen Vielvoelkerstaates im Hinblick auf heutige Asymmetrien in EU- Europa illustriert und diskutiert.

Wolfgang Mueller-Funk (Vienna) is a literary scientist and cultural philosopher, teaching a.o. in Munich, Birmingham and Vienna; research-projects concerned with cultural theory, cultural anthropology as well as with culture and multi-ethnicity in the Habsburg monarchy.

Respondent: Ranjit Hoskote (Bombay) is cultural theorist, poet and independent curator.

 

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