BERLIN
CHAPTER: Haus der Kulturen der Welt, Berlin
12. August 2005
11.00 – 18.00
Vortrag:
Message in a Dabba*: How India wards off the threat of globalization
In Indien Geschaefte zu machen, stellt Nicht-Inder vor eine
ziemliche Herausforderung. Es lockt ein riesiger, unberuehrter
Markt. Gleichzeitig teilen Geschaeftsfuehrer von multinationalen
Konzernen und westlichen Unternehmen die Erfahrung, dass in
Indien das Geschaeftemachen kein leichtes Spiel ist.
Das Projekt analysiert die Grauzone der kulturellen Eigenarten,
die Indien zu einem besonderen Ort in der globalisierten Weltwirtschaft
machen. In den letzten 15 Jahren hat kein multinationaler
Großkonzern das indische Panorama wesentlich veraendert.
McDonalds und Coca Cola moegen in jeder groeßeren indischen
Stadt vertreten sein, aber sie haben keinen nennenswerten
Einfluss auf Geschmack und Konsumgewohnheiten. Kein multinationaler
Stromkonzern beherrscht den Markt, kein westliches IT-Unternehmen
die Informations- und Technologiewirtschaft, selbst die Mobilfunkrevolution
wird von einem indischen Unternehmen angefuehrt, das bezeichnenderweise
als Bharti oder ‘Indian’ bekannt ist. Der Widerstand
gegen die vollstaendige Globalisierung Indiens besteht in
zwei Formen: Die erste ist gewollt – man schafft ein
gewollt schwieriges Umfeld, das multinationalen Konzernen
den Verkehr auf dem indischen Markt erschwert. Die zweite,
unbewusste Form liegt im Wesen des indischen Marktes selbst,
der fragmentiert, extrem preisbewusst und aeußerst unbestaendig
ist. Regionalbezogenes Guerilla-Marketing weckt bei indischen
Konsumenten mehr Interesse als das flaechendeckende Werbebombardement
der Multi-Konzerne.
Vinay Choudary is a cultural
observer, conspiracy theorist and screenwriter based in Bombay.
He teaches Film Appreciation at the Xavier Institute of Communication
and has lately made the mutual influence of culture and economy
focus of his studies.
Respondent: Britta Ohm,
political scientist, is currently pursuing her PhD in Social
and Cultural Anthropology with the topic "The Televised
Community. Culture, Market and Politics of Visual Representation
in India", Berlin.
* Die Dabba ist eine kleine Blechbuechse,
in der das Mittagessen zum Arbeitsplatz transportiert wird
– der Dabbawallah oder der Buechsen-Kurier von Bombay
ist eine der lebendigsten und gelungensten Formen der Verbindung
von Kultur und Wirtschaft, die den Widerstand hervorbringt.
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