BERLIN CHAPTER: Haus der Kulturen der Welt, Berlin
11. August 2005
10.00 – 14.00

Vortrag:
“Innenansichten einer Außenseiterin oder Außenansichten einer Innenseiterin: Indien im Deutschen Fernsehen 1957-2005“

Das deutsche Fernsehen, vor allem das oeffentlich-rechtliche, ist bedauerlicherweise zu einer irrelevanten Informationsquelle ueber Indien geworden. Das ist eine harte Kritik, die aber ins Schwarze trifft.
Seit der Einfuehrung von Green Cards fuer IT-Experten aus Indien hat sich das Augenmerk deutlich verschoben. Frueher endeten Gespraeche ueber Indien unausweichlich bei Hunger, Armut und Witwenverbrennungen. Klar, es gab auch andere Assoziationen: Fritz Langs “Tiger von Eschnapur”, Mahatma Gandhi und natuerlich die Heiligen Kuehe! Dann kamen die Green Cards, das Internet - und damit wurde das Land der Ochsenkarren in ein virtuelles Wunderland katapultiert. Ayurveda, Bollywood, Computer. Dieses neue deutsche Fernseh-ABC zu Indien hat das alte Medien-Mantra von Kaste, Konfession und Korruption ersetzt.
Mein Vortrag macht sich auf Spurensuche nach medialen Stereotypen aus fast 50 Jahren TV-Berichterstattung. Ich selbst wurde zur Akteurin in dieser Szenerie im Jahr 1964 - als in Indien geborene und ausgebildete Frau, die zu einer Karriere im deutschen Fernsehen entschlossen war. Die Arbeit als Redaktionsmitglied in der Sendeanstalt ist vergleichbar mit dem Dasein eines Chameleon mit ausgepraegtem Hang zum Berserker. Der staendige Perspektivenwechsel zwischen Exotismus und Normalitaet, am eigenen Leib erfahren, dekonstruiert und immer wieder neu zusammengefuegt. Ist meine fragmentierte Identitaet ein Handikap oder ein Vorteil? Wie setzte ich sie bei meiner Arbeit ein? Und inwiefern laesst man mich damit arbeiten?

Navina Sundaram (Delhi/Hamburg) grew up and studied in New Delhi/India. Since 1970 she has worked as a political television editor-cum-reporter and as a foreign correspondent for North German Radio & Television in Hamburg. In her capa-city as filmmaker, roving correspondent, news-reporter, anchor woman, she worked for programmes including “Weltspiegel”, “Gesichter Asiens”, “Panorama” and “Extra Drei”. She has also made many documentary films.

Respondent: Harun Farocki, filmmaker, Berlin

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