BOMBAY
CHAPTER: Mohile Parikh Centre for Contemporary Culture (MPC3),
Bombay
25. Maerz 2005
19.00
VIENNA CHAPTER: Kuenstlerhaus, Vienna
22. Mai 2005
16.00
BERLIN CHAPTER: Haus der Kulturen der Welt, Berlin
12. August 2005
20.00
Filmvortrag:
Das Erbe von Eschnapur
Ein Film in drei Versionen - und seine abenteuerliche Rezeptionsgeschichte
Kein anderer Film hat das deutsche Indienbild
so nachhaltig gepraegt wie “Der Tiger von Eschnapur”
- in seinen drei Versionen. Erstmalig verfilmte Joe May das
Drehbuch im Jahr 1921, 1938 war Richard Eichberg der Regisseur
und schließlich gibt es die Fassung von Fritz Lang aus
dem Jahr 1958. Die drei Filme variieren die gruselig-schwuelstige
Liebesgeschichte mit interessanten Abweichungen: in den beiden
aelteren Versionen bekommt ein europaeischer Architekt einen
Auftrag am Hof des Maharadscha von Eschnapur - und wird dort
Zeuge einer Liebesaffaere zwischen einer indischen Taenzerin
und einem britischen Ingenieur. In der Fassung von 1958 ist
der Architekt deutscher Herkunft und verliebt sich selbst
in die zukuenftige Ehefrau des Maharadschas, eine Tempeltaenzerin
halb-europaeischer Abstammung. Langs Version war eine Fortsetzung
des Films “Das indische Grabmal” nach dem gleichnamigen
Roman von Thea von Harbour - ein vermeintlich auf einem “Tatsachenbericht”
beruhender Bestseller. Alle drei Versionen des Films wurden
zwar von der Kritik gnadenlos verrissen, entwickelten sich
aber zu großen Publikumserfolgen, was fuer die Rezeptionsgeschichte
eine Reihe von Fragen aufwirft: Warum konnte dieser Film solche
Macht auf die Wahrnehmung Indiens in Deutschland entwickeln?
Und warum hat er in Indien eine regelrechte Aufruhr um die
rassistische Darstellung des Landes und seiner Bewohner im
europaeischen Kino ausgeloest? Meenakshi Shedde und Vinzenz
Hediger werden diese Aspekte in ihrem Beitrag in Dialogform
analysieren und dazu zahlreiche Ausschnitte aus allen drei
Filmen zeigen.
Meenakshi Shedde is a
free-lance author and film critic in Bombay. She works as
an advisor on Indian cinema for major international film festivals,
including the Berlin, Cannes and Venice film festivals. In
2000, she received the international “Best Film Critic
of the Year” award.
Vinzenz Hediger worked
as a film critic for a major Swiss newspaper during the nineties
and is now a professor of film and media studies at the Ruhr
University Bochum, Germany. Until the end of 2004, he was
on the board of trustees of the Swiss cultural foundation
Pro Helvetia where he was responsible for visual arts and
the cinema.
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